Seit Jahren wissen wir: Unternehmen, die langfristig erfolgreich sein wollen, müssen Innovation und Effizienz gleichzeitig steuern (Fähigkeit der organisationalen Ambidextrie). Effizienz hält das Geschäft stabil und wettbewerbsfähig, Innovation sichert die Zukunft. Doch immer wieder werden beide als Gegensätze behandelt – als ob Unternehmen sich entscheiden müssten: Optimieren oder Erneuern? Bewahren oder Verändern?
Häufig ist die Lösung eine Trennung:
Das kann funktionieren! Doch neue Technologien verschieben die Grenzen des Machbaren in rasantem Tempo. KI automatisiert, analysiert und entscheidet – und stellt damit Führung, Geschäftsmodelle und Wettbewerbsfähigkeit auf den Kopf. Die Herausforderung ist nicht neu – aber die Möglichkeiten, sie zu meistern, waren nie größer.
In Zeiten von Kostendruck und wirtschaftlicher Unsicherheit ist operative Exzellenz der Grundpfeiler nachhaltigen Erfolgs. Exploitation bedeutet, das Kerngeschäft zu sichern, Potenziale auszuschöpfen und bewährte Prozesse effizienter zu gestalten.
Die rasante Entwicklung von KI und Digitalisierung verändert ganze Branchen und eröffnet beispiellose Chancen für Innovation. Unternehmen, die auf Exploration setzen, suchen aktiv nach neuen Geschäftsmodellen, aufstrebenden Technologien und sich wandelnden Marktbedingungen.
Wer gezielt exploriert, setzt Impulse für die Zukunft, statt nur auf Marktveränderungen zu reagieren. Die Frage ist nicht, ob Innovation notwendig ist, sondern wie sie strategisch gesteuert wird, ohne die operative Stabilität zu gefährden.
Technologie allein treibt keine Transformation voran – es sind die Menschen, die den Wandel gestalten. Unternehmen müssen ihre Mitarbeitenden befähigen, Veränderungen aktiv zu gestalten, neue Arbeitsweisen zu etablieren und Führung dezentral und kollaborativ zu denken. Führung bedeutet heute nicht mehr Top-down-Kontrolle, sondern das Lenken gemeinsamer Ideen und strategischer Impulse. Entscheidungen werden dezentral getroffen, Wissen geteilt und kollektive Führung gestärkt.
Führung in der KI-Ära bedeutet, Zusammenarbeit zu ermöglichen, Anpassungsfähigkeit zu fördern und eine klare strategische Vision zu setzen.
Alle bewegen sich zwischen zwei scheinbar gegensätzlichen Kräften:
Startups leben von Exploration – sie testen, experimentieren, scheitern und lernen. Doch irgendwann müssen sie sich stabilisieren, Prozesse aufbauen, profitabel werden – sie betreiben plötzlich Exploitation.
Traditionsunternehmen perfektionieren ihr Kerngeschäft, optimieren Abläufe und schöpfen Effizienzgewinne aus. Doch ohne neue Impulse, ohne Exploration, wird selbst das erfolgreichste Unternehmen irgendwann überholt.
Ambidextrie bedeutet, diese Spannungen nicht nur zu erkennen, sondern sie aktiv zu gestalten.
Nicht aus dem Lehrbuch, sondern aus der Praxis – in einer Branche, die täglich zwischen Bewahren und Erneuern balanciert: der papierverarbeitenden Industrie.
Als Führungskraft bei einem Hidden Champion für Briefumschläge hat sie Digitalisierung vorangetrieben, Prozesse optimiert und digitale Geschäftsmodelle entwickelt – mitten im Spannungsfeld zwischen Markteinbruch und neuen Chancen. Diese Dynamiken von Innovation & Effizienz hat sie nicht nur erlebt, sondern auch wissenschaftlich untersucht – und über die Dynamiken der Ambidextrie promoviert.
Heute unterstützt sie Unternehmen und Führungskräfte, Ambidextrie strategisch zu meistern – mit ihrem e³-Ansatz und dem Zentrum IMPULSEe³, das Exploration, Exploitation und Empowerment verbindet.